Chrysanthie Emmanouilidou

Die Dirigentin und Pianistin Chrysanthie Emmanouilidou, geboren in Thessaloniki, lebt seit 1998 in Berlin. Ihre Klavier- und Harmonie-Studien im Staatlichen Konservatorium von Thessaloniki vertieft sie an der Hochschule für Musik Freiburg und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, wo insbesondere die Zeit bei Prof. Georg Sava für sie eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration wird.

Dirigierstudien in Italien bei dem Dirigenten Andrea Pestalozza, dem sie ihren Zugang und die Begeisterung für zeitgenössische Musik verdankt, runden ihre musikalische Ausbildung weiter ab.

Noch während ihrer Studienzeit nimmt sie an zahlreichen Klavier- und Dirigier-Meisterklassen in Deutschland, Frankreich und Österreich teil, wo sie mit ganz verschiedenen europäischen Orchestern zusammen arbeitet.

Assistenzen absolviert C. Emmanouilidou bei dem Dirigenten Michael Boder im Königlichen Theater Kopenhagen, im Gran Teatro del Liceu Barcelona, mit den Berliner Philharmonikern und während der „Ruhr Triennale“ 2009 in Bochum, sowie anschließend neben Kurt Masur in Rom.

Die Arbeit bei Claudio Abbado (in Bolzano, Cremona, Bologna, Luzern) und Lionel Friend (Birmingham), ebenfalls als Assistentin, spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung ihres persönlichen Stils.

Neben zahlreichen Konzerten als Pianistin in Europa und Japan (Kobe, Osaka, Kyoto) hat C.Emmanouilidou als Dirigentin unter anderem mit dem LBBL (Landesverband Berlin-Brandenburgischer Liebhaberorchester), dem BBSO (Berlin-Brandenburgisches Symphonie-Orchester) sowie dem Kammerchor Braunschweig, ihrem eigenen Kammerorchester, dem Internationalen-Ensemble-Berlin, den Jenaer Philharmonikern, dem Kaposvar Symphonie-Orchester, dem Darmstädter Kammersymphonie- Orchester sowie dem Brandenburgischen Staatsorchester gearbeitet.

Eine weitere Liebe gehört der byzantinischen Musik, deren Studium sie mit Diplom abgeschlossen hat.

Sie ist Musikalische Leiterin und Dozentin für Musikgeschichte der Berliner Hochschule für Technik.

Zu ihren Interessen gehört die Erforschung der Wirkung von Musik bei psychischen und organischen Krankheiten. Darüber hinaus ist sie Heilpraktikerin für Psychotherapie sowie ausgebildete Musiktherapeutin.

Ehemalige Dirigenten

Kevin McCutcheon (1986 – 2021)

Kevin McCutcheon war 35 Jahre musikalischer Leiter des Berliner Ärzte-Orchesters. Unser erstes gemeinsames Konzert dirigierte er als 30-Jähriger im September 1985 mit Dvoraks „Sinfonie aus der Neuen Welt“. Ein Jahr später wurde er dann zum Musikalischen Leiter des Orchesters. Seit der „Neuen Welt“ hat uns Kevin quer durch die Musikgeschichte geführt – von eher unbekannten Werken bis hin zu dem großen romantischen Repertoire. 

Kevin McCutcheon verstarb im Frühjahr 2021. Seine faszinierende Musikalität und Probenarbeit sowie die gemeinsamen Konzerte werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Kevin McCutcheon verstarb im Frühjahr 2021. Seine faszinierende Musikalität und Probenarbeit sowie die gemeinsamen Konzerte werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Geboren in Johnstown/Pennsylvania, studierte Kevin McCutcheon an der Philadelphia Music Academy Dirigieren, Klavier und Komposition. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er mit fünf Jahren, mit neun Jahren kam die Violine dazu. Sehr prägend für seine musikalische Entwicklung war das frühe Klavierstudium mit Nicolo Sartori, selbst Student von Arturo Benedetti Michelangeli. Mit 14 Jahren dirigierte er die Uraufführung seiner eigenen Orchesterkomposition „Chaos in C-Flat Major“. Früh trat er auch als Solist und Begleiter namhafter Instrumentalisten auf. Als Liedbegleiter machte er sich ebenfalls einen Namen.

Kevin McCutcheon war Dirigent an der Opera of Philadelphia, bevor er 1985 an der Deutschen Oper Berlin sein Debüt als Dirigent mit Mozarts „Così fan tutte“ gab. Seit­dem ist er dort Kapellmeister. Er arbeitet häufig mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Sym­phonie-Orchester Berlin und dem Kammerorchester Berlin. Besonders hervorzuheben ist außerdem seine Tätigkeit als Dirigent am Netherlands Dans Theater, beim Savonlinna Opera Festival in Finnland, beim Filharmonia Orchestra Pomorska in Polen, beim Festival Musica Mallorca, beim Musikfest Stuttgart, beim Leipziger Ballett und am Staats­theater Braunschweig.

2005 führte ihn die Uraufführung eines Werkes des japanischen Komponisten Ischi nach Prag und Osaka (Japan). Kevin McCutcheon leitete das Prager Philharmonische Kammerorchester sowie das Philharmonische Orchester Osaka. Mit dem Kammerorchester Berlin konzertierte Kevin McCutcheon mehrmals beim Rheingau Musik Festival, bei den Musikfestspielen Potsdam, bei Musikfestivals und Konzerten in Spanien, dort u. a. beim Festival Pau Casals und im Palau de la Musica in Barcelona.

Kevin McCutcheons künstlerisches Schaffen ist umfangreich auf Tonträgern, einer DVD und vielen Rundfunk­aufnahmen dokumentiert. Er wurde mit dem Music Award der Philadelphia Music Academy ausgezeichnet.

Eberhard Adler (zeitweise 1983 – 1985)

Kurt Löblich ( 1964 – 1985)

Dr. Kurt Löblich wurde 1906 in Berlin am Gesundbrunnen geboren. Er beherrschte mehrere Instrumente: Orgel, Klavier, Flöte, Klarinette, Saxophon, Geige und Akkordeon und absolvierte eine Ausbildung im klassischen Gesang als lyrischer Bariton. Das Geld für sein Medizinstudium verdiente er sich als Musiker in Berliner Bars und Cafés. Er hatte eine Praxis für Hals-Nasen-Ohren Krankheiten in Berlin-Reinickendorf. Daneben war er in verschiedenen Ausschüssen bei der Ärztekammer tätig, unterrichtete Arzthelferinnen an der Berufsschule, war Mitglied in Prüfungsausschüssen. In seiner Freizeit spielte er Tennis.  

1964 trat er die Nachfolge von Dr. Julius Kopsch als Dirigent des Berliner Ärzte-Orchesters an und leitete dieses bis 1985. Dr. Löblich hatte zuvor 17 Jahre lang ein Orchester in Reinickendorf, das er mit in das Ärzte-Orchester einbrachte. Er liebte besonders die Werke der Romantik, allen voran Bruckner, Dvorak und Brahms. Dr. Löblich starb 1994 im Alter von 88 Jahren.

Julius Kopsch (1925 – 1964)

Nachdem das Orchester von 1913 bis 1924 von zwei Berufsmusikern, Herrn Urack und Herrn Zimmer, über die leider nichts überliefert ist, geleitet wurde, bat eine Gruppe von Ärzten 1925 den Juristen und Dirigenten Dr. Julius Kopsch, die Leitung zu übernehmen. Zuvor hatte er 4 Jahre lang das Landesorchester und den Singverein Oldenburg geleitet.  Nun war er in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt, um mit dem Blüthner-Orchester zu konzertieren. Außerdem war er von seinem Freund Richard Strauss gebeten worden, Direktor der Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht, dem Vorläufer der heutigen GEMA, zu werden. Bereits im Februar 1926 konnte das erste Konzert des Berliner Ärzte-Orchesters gegeben werden und im Dezember desselben Jahres ein zweites. Zwischen 1930 und 1933 erlebte das Orchester viele Erfolge. Dann schrumpfte der Bestand des Orchesters auf Grund der politischen Wirren erheblich.

1939 wurde die Orchestergemeinschaft Berliner Rechtswahrer-Orchester ins Leben gerufen, deren musikalische Leitung Dr. Kopsch ebenfalls übernahm. 1940 fusionierten beide Orchester und hießen nun Berliner Ärzte- und Rechtswahrer-Orchester. Auch ein Ärzte-Chor war zu dieser Zeit angegliedert.  Fast 40 Jahre leitete Dr. Kopsch das Orchester. Dann übergab er den Taktstock 1964 an den Hals-Nasen-Ohren Arzt Dr. Kurt Löblich. Dr. Kopsch komponierte symphonische Dichtungen, Sinfonien, Kammermusik und Liederzyklen.

Bernhardt Pollack (1911 – 1913)

Prof. Dr. Bernhard Pollack war ein Wegbereiter der Neurohistologie, ein angesehener Augenarzt und Pianist von Weltrang. 1893 promovierte er in Medizin an der Leipziger Universität. 1897 schrieb er das erste Standardwerk über die Färbetechnik für das Nervensystem, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. 1919 wurde er Professor für Augenheilkunde an der Friedrich Wilhelms-Universität.

Pollack war Klavierschüler von Moritz Moszkowski (1854−1925). Er veröffentlichte eine Bearbeitung von Moszkowskis Orchestersuite Nr. 2, op. 47 für Klavier vierhändig und trat mit Fritz Kreisler in Amerika und mit Joseph Szigeti in Berlin auf. 1911 war Bernhard Pollack Mitbegrün[1]der des Berliner Ärzte-Orchesters und dessen erster Dirigent. Nach 2 Jahren gab er diese Tätigkeit auf. 1928 starb Pollack nach langer Krankheit.